DSWV-Prognose zum WM-Wettmarkt 2026: Fast eine Milliarde Euro bei 48 Teilnehmern erwartet

Alex Lange · Nov 5, 2026

DSWV-Prognose zum WM-Wettmarkt 2026: Fast eine Milliarde Euro bei 48 Teilnehmern erwartet

Grafik zur Entwicklung des regulierten Sportwettenmarkts in Deutschland mit Fokus auf Großereignisse wie die FIFA-Weltmeisterschaft

Verbandschätzung für das größte Turnier der Fußballgeschichte

Der Deutsche Sportwettenverband legt eine aktuelle Hochrechnung vor, wonach die Wetteinsätze in Deutschland während der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 nahe an die Marke von einer Milliarde Euro heranreichen werden, und das obwohl das Turnier erstmals mit 48 Nationalmannschaften ausgetragen wird. Die Berechnungen stützen sich auf historische Daten vergangener Weltmeisterschaften sowie auf das zu erwartende Zuschauerinteresse in einem erweiterten Teilnehmerfeld, wobei die Verbandsvertreter zugleich eine klare Aufteilung zwischen legalen und illegalen Anbietern vornehmen.

Aufteilung der Einsätze zwischen reguliertem und schwarzem Markt

Von dem prognostizierten Gesamtvolumen entfallen nach den Schätzungen des Verbands zwischen 600 und 700 Millionen Euro auf Anbieter, die über eine deutsche Lizenz verfügen, während der Rest von 300 bis 400 Millionen Euro über nicht regulierte Plattformen fließen soll. Diese Verteilung ergibt sich aus der Beobachtung, dass ein signifikanter Teil der Spieler weiterhin auf Angebote außerhalb der deutschen Regulierung zurückgreift, obwohl die Zahl der lizenzierten Anbieter stetig wächst.

Wachstum des illegalen Segments und Nutzerverhalten

Aktuelle behördliche Statistiken zeigen, dass der illegale Markt in den vergangenen Monaten um 17 Prozent zulegte und damit schneller expandierte als das regulierte Segment. Gleichzeitig nutzen etwa ein Drittel aller Spieler illegale Angebote zumindest teilweise, was die Aufsichtsbehörden dazu veranlasst hat, die bestehende Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder stärker in den Vordergrund zu rücken. Der Verband betont daher, dass nur bei Anbietern auf dieser Liste eine lückenlose Kontrolle von Spielerschutzmechanismen und Steuerabführung gewährleistet ist.

Rechtlicher Rahmen und behördliche Empfehlungen

Seit Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 dürfen Sportwetten in Deutschland ausschließlich über lizenzierte Anbieter angeboten werden, die strengen Auflagen zu Werbung, Einzahlungslimits und Suchtprävention unterliegen. Die GGL führt eine öffentlich einsehbare Liste, auf der alle zugelassenen Anbieter verzeichnet sind, und rät ausdrücklich davon ab, auf Plattformen ohne entsprechende Genehmigung zu setzen. Der DSWV unterstreicht diese Position und verweist darauf, dass illegale Anbieter weder zur Finanzierung des deutschen Sportwesens noch zur Spielsuchtprävention beitragen.

Darstellung der GGL-Whitelist und Hinweise zu lizenzierten Sportwettenanbietern in Deutschland

Historischer Vergleich und Erwartungen für 2026

Bereits bei der Weltmeisterschaft 2022 lagen die Wetteinsätze in Deutschland deutlich unter der nun prognostizierten Milliardengrenze, was vor allem auf das kleinere Teilnehmerfeld und die damalige Marktsituation zurückgeführt wird. Mit der Erweiterung auf 48 Teams steigt die Zahl potenzieller Spiele und damit auch das Interesse an Wetten, was die aktuelle Hochrechnung des Verbands begründet. Gleichzeitig bleibt die Herausforderung bestehen, dass ein Teil des Volumens weiterhin in den illegalen Bereich abfließt.

Fazit

Die vorliegende Prognose des Deutschen Sportwettenverbands liefert eine klare Zahlenbasis für die erwartete Entwicklung des Wettmarkts während der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 und unterstreicht zugleich die Notwendigkeit, ausschließlich lizenzierte Anbieter zu nutzen, die auf der offiziellen GGL-Liste geführt werden. Die Daten zeigen sowohl das Potenzial des regulierten Markts als auch die anhaltende Präsenz illegaler Angebote, die weiterhin rund ein Drittel der Spieler ansprechen. Weitere Informationen finden sich in der zugrundeliegenden Marktanalyse.